Oje Oje, da möchte man laut aufschreien, hatten wir uns doch psychisch schon auf eine Trendwende bei den Edelmetallen eingestellt und zum Jahresende hin mit steigenden Preisen gerechnet, so hat nun der Börsencrash in China die Welt und mit dieser auch die Rohstoffpreise in den Abgrund gerissen, während der Euro überraschender Weise erstarkte. Raus aus Aktien und Rohstoffen, rein in bedrucktes Papier war das Motto. Der Euro legte im Zuge dieser Euphorie auf über 1,16 USD zu und Gold in Euro wurde wieder unter 1.000,00 Euro gedrückt sowie Silber gar unter die 13 Euro Marke bis zu 12,40 Euro zum schlimmsten Zeitpunkt.

Alles halb so wild!?

Aber ganz so dramatisch war es nun auch nicht, wenn wir uns die Dollarkurse anschauen. Zumindest beim Gold lag das Tief letzter Woche $1.111 und diese Woche sogar nur bei $1.119 am gestrigen Tag. Während Gold im Juli sogar nur bei $1.088 stand. Das Tief vom Juli wurde also bisher nicht erreicht, nur durch den erstarkten Euro sah das im Euroraum schlimmer aus als es war. Silber hingegen neigt ja zu Überreaktionen und notierte mit $14,27 gestern tatsächlich ein neues Jahrestief. Steht aktuell aber bereits wieder bei $14,40 und der nun wieder schwächere Euro bei ca. 1,13 USD lässt Silber zumindest aktuell wieder bei 12,80 Euro stehen.

Wie geht’s nun weiter?

Wenn man das Positive in den Vordergrund stellen möchte, dann sollten wir uns über das Geschenk günstiger Einkaufspreise freuen. Jedem der einigermaßen gut informiert ist sollte klar sein, dass die Rohstoffpreise im Papierhandel gemacht werden und hier die großen Spieler zu finden sind. Mit der physischen Situation speziell am Edelmetallmarkt hat die Preisbildung wenig zu tun. Physisch wird derzeit auf hohem Niveau aufgestockt. Auch wir können kaum Verkäufe registrieren, aber die Käuferseite ist nach wie vor da. Und das wohl weltweit.

Drohender Versorgungsengpass?

Die US Mint hat seit Juli schon Probleme mit der Produktion der beliebten Silver Eagle hinterherzukommen, bzw. hat diese sogar stellenweise eingestellt. Man munkelt: Das Silber fehlt derzeit in ausreichenden Mengen. Auch die Aufpreise bei dem noch beliebteren Maple Leaf aus Kanada ziehen bereits an. Man wird sehen wie lange die Reserven der großen Edelmetallhändler noch ausreichen, um den Markt zu bedienen.

Neue Anlagemünze in Silber: Känguru 2016

Australien nutzt die Situation und startet mit dem Känguru 2016 eine neue 1 Oz Silbermünzen Serie, unlimitiert wie die Konkurrenz aus Nordamerika und doch preislich zu TOP-Preisen und deutlich günstiger als das bisherige Anlagesilber aus Down Under. Allerdings ist die Münze erst ab Ende September überhaupt lieferbar, was die Händlerwelt allerdings nicht davon abhält die Münze bereits jetzt unter das Volk zu streuen.

Fazit und Ausblick!

Wie gesagt, die Preise an den Börsen sind eine Sache, Sie werden durch die Großen Spieler und Spekulanten bestimmt. Die physischen Reserven hingegen sind eine ganz andere Sache. Da bleibt uns im Moment nur übrig, uns über die günstigen Einkaufspreise zu freuen und ganz wichtig nur in physische Ware investieren. Über kurz oder lang wird das Kartenhaus einstürzen. Was hilft ein billiger Gold- oder Silberpreis, wenn keiner mehr Material liefern kann? Wir hatten so eine Phase bereits 2008 und die hat eines ganz klar gezeigt. Der Markt macht sich dann eigene physische Preise und die waren deutlich höher als die, die uns an den Rohstoffmärkten präsentiert wurden.

Man muss sich eines vor Augen halten. Durch fallende Preise wird das vorhandene Metall ja nicht mehr, aber der verfügbare Bestand kann nun von weniger Geld aufgekauft werden. Der Lagerbestand an der Comex beträgt derzeit für registriertes Gold weniger als 500.000 Unzen (Anfang 2008 waren es noch 3,6 Millionen Unzen), registriertes Silber steht aktuell bei 54 Millionen Unzen (Anfang 2008 noch 90 Millionen). Wir sprechen hier von einem Gesamtvolumen von 1,18 Milliarden Euro. Lächerlich wenn man gegenüberstellt, dass Schäuble durch Mehreinnahmen 23 Milliarden Euro mehr in der Tasche hat, oder das Griechenland mal wieder mit 86 Milliarden Euro unter die Arme gegriffen wird. Ich denke der Vergleich zeigt die Dimensionen gut und wie wenig Gold und Silber an der Comex noch verfügbar sind.

In diesem Sinne ein schönes spätsommerliches Wochenende!